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Interview mit Susanne Lorenz

Susanne Lorenz ist selbständige Kommunikationstrainerin und hat sich auf das Thema „Gewaltfreie Kommunikation“ spezialisiert. Bis Corona kam, war sie immer direkt vor Ort bei ihren Auftraggebern und hat dort mit den jeweiligen Mitarbeitern ihre Workshops durchgeführt. Mit den Corona-Lockdowns funktionierte das nicht mehr und sie hat viele Dinge von offline zu online umgestellt. Wie sie das geschafft hat, habe ich sie in einem Interview gefragt.

Liebe Susanne, seit wann bist du selbständig und wie bist du auf die Idee gekommen?

Ich habe mich 2012 selbstständig gemacht als Trainerin und als Coach, weil mir das wichtig war, nach meinen eigenen Werten leben und arbeiten zu können. Vorher war ich im Einzelhandel als Führungskraft, da haben die Unternehmenswerte irgendwann nicht mehr zu mir gepasst.

Was war der entscheidende Moment, an dem du gesagt hast: Jetzt gründe ich?

Nach meiner Weiterbildung zur Personalreferentin, zum Trainer und zum Coach, arbeitete ich zunächst als Referentin in der Personalbeschaffung. Dort lernte ich eine Trainerin kennen, die an einer Zusammenarbeit mir mit interessiert war. Die Idee, mich selbständig zu machen, hatte ich schon vorher. Ich wusste nur noch nicht genau, in welche Richtung das konkret gehen könnte.

Mein dortiger Chef war ein grausamer Mistkerl, so dass mir die Entscheidung leichtfiel. Aus der Zusammenarbeit wurde zwar nichts, doch ich wendete mich an das Institut, in dem ich meine Weiterbildung gemacht hatte. So kam ich zu meinen ersten Aufträgen.

Was hat die Corona-Krise für dein Geschäftsmodell bedeutet?

Durch die Krise sind einige Kunden abgesprungen. Manche wollten auch keine Onlinekurse. Einige wollten das Geld sparen, da sie nicht wussten, wie es weitergehen würde. Ich habe alle Kurse in Onlinekurse geändert.

Wie bist du damit umgegangen bzw. welche Lösungen hast du gefunden?

Allerdings war das ein Prozess. Zuerst wollte ich keine online Kurse geben. Ich war erst mal bockig und hab das ignoriert. Dann habe ich meine Einstellungen geändert und eine Weiterbildung gemacht zum Onlinetrainer. Hier habe ich gelernt, wie man mit online Tools tolle Kurse umsetzen kann. Seitdem gebe ich sehr gerne online Workshops! Mir macht das mittlerweile sehr viel Spaß und meinen Kunden auch.

Was hat sich dadurch geändert und entscheidend verbessert?

Was sich durch die Krise geändert hat, ist, dass die Kurse kürzer sind. Meine online Workshops sind überwiegend nur 3 Stunden lang und bauen aufeinander auf. Man kann sie als Module buchen und so entscheiden wie intensiv man sich dem Thema widmen möchte. Dadurch war ich gezwungen, die Inhalte noch mehr auf den Punkt zu bringen.

Wer hat dich dabei unterstützt bzw. was hat dich motiviert?

Unterstützt hat mich Andrea Maria Schauf (www.andreaschauf.com), bei der ich den Kurs zum Onlinetrainer gebucht habe und die gemeinsame Gruppe zu dem Kurs.

Auch hat mir der Austausch mit meinem Netzwerk dabei geholfen, meine Ängste vor der Technik und dem neuen Format abzubauen.

Motiviert hat mich, dass ich meine Ängste gerne überwinden möchte und nicht will, dass sie mir mein Leben erschweren. Zusätzlich war mir klar, dass online durchgeführte Seminare meine Flexibilität erhöhen.

Sollte Corona mal vorbei sein, möchtest du dann wieder zu deinem ursprünglichen Modell zurückkehren?

Nein. Ich bin fest davon überzeugt, dass auch nach Corona eine Mischung aus online und offline Angeboten gefragt sein wird. Solange wir die aktuellen Hygienemaßnahmen haben, finde ich online Seminare wesentlich angenehmer.

Hier kann ich didaktisch besser arbeiten, als wenn ich vor Ort an Abstandsregelungen gebunden bin. Für genügend Austausch kann ich auch online wunderbar sorgen. Zusätzlich erreiche ich mehr Menschen, wenn diese nicht durch die Gegend fahren müssen. Ich werde also definitiv beides anbieten, je nach Thema und Kundenwunsch.

Was ist dein bisher wichtigster Erfolg?

Das ist eine schwere Frage! Spontan würde ich sagen, dass ich mich überhaupt selbstständig gemacht habe. Denn mein Leben ist seitdem so viel besser. Ich habe mehr Freiheit, Autonomie und war nie glücklicher mit meiner „Arbeit“. Ich darf andere Menschen unterstützen, tue somit etwas Gutes, habe Spaß daran und werde auch noch gut bezahlt. Das ist echt eine Menge wert.

Was hast du daraus für die Zukunft gelernt?

Ich habe daraus gelernt, wie wichtig es ist, sich seinen Ängsten zu stellen und mutig zu sein. Denn auch der Schritt in die Selbständigkeit hat mich viel Mut gekostet. Ich habe es nie wirklich bereut.

Vielen Dank für das Interview, liebe Susanne.

Weitere Informationen zu Susanne und ihren neuen Onlinekursen findest du auf ihrer Webseite www.wirksam-kommunizieren.de.

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